Wenn kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre offizielle Website aufbauen, liegt der Fokus oft auf dem Homepage-Design, der Produktpräsentation und den Kontaktinformationen. Man geht davon aus, dass die Website mit dem Go-live fertig ist. Doch erst im laufenden Betrieb zeigen sich die übersehenen Details, die Content-Updates, SEO-Optimierung und die tägliche Pflege erschweren. Dieser Artikel betrachtet aus operativer Sicht die häufig übersehenen Details beim Website-Aufbau und gibt konkrete Handlungsempfehlungen.
1. Planung der Domain-E-Mail-Adresse wird vernachlässigt
Viele Unternehmen achten beim Website-Aufbau nur darauf, dass die Website erreichbar ist, vergessen aber die Planung einer E-Mail-Adresse, die zur eigenen Domain passt (z. B. name@ihrefirma.de). Kostenlose E-Mail-Dienste (wie Gmail, Outlook) sind zwar bequem, wirken aber bei der externen Kommunikation weniger professionell. Wichtiger noch: Wenn später der E-Mail-Anbieter gewechselt wird, müssen alle Konten und Kontaktinformationen, die an die alte Adresse gebunden sind, migriert werden – das ist aufwendig und kostspielig.
Empfehlung: Richten Sie parallel zum Website-Aufbau eine professionelle E-Mail-Adresse mit Ihrer eigenen Domain ein. Auch wenn Sie sie zunächst nicht nutzen, legen Sie sie an und binden Sie die wichtigsten geschäftlichen Kontakte ein. So wird die E-Mail-Adresse selbst zu einem Teil Ihrer Markenpräsentation in der externen Kommunikation.
2. Seitentitel und Meta-Beschreibungen werden nicht pro Seite festgelegt
Eine typische Unternehmenswebsite umfasst Startseite, Produktseiten, News-Bereich, Über-uns-Seite usw. Viele Website-Baukästen verwenden standardmäßig für alle Seiten denselben Titel und dieselbe Beschreibung oder legen nur die Startseite fest. Die Folge: Suchmaschinen zeigen bei der Indexierung von Unterseiten Titel wie „Startseite“ oder „Ohne Titel“ an, und die Beschreibungen sind austauschbar – Nutzer können den Inhalt der Seite in den Suchergebnissen kaum erkennen.

Empfehlung: Legen Sie bereits beim Website-Aufbau für jede Hauptkategorie und jede wichtige Inhaltsseite einen individuellen Titel (Title) und eine Meta-Beschreibung (Meta Description) fest. Der Titel sollte den Kerninhalt der Seite zusammenfassen und relevante Keywords enthalten, aber nicht überladen sein. Die Beschreibung sollte ein einladender Satz sein, der zum Klicken anregt, nicht eine reine Keyword-Liste. Beispiel: Für eine Produktseite könnte der Titel „Produktname – Firmenname“ lauten, und die Beschreibung fasst die Produkteigenschaften kurz zusammen.
3. Bilder werden willkürlich benannt
Viele Unternehmen laden Fotos direkt von der Kamera oder dem Smartphone hoch – Dateinamen wie „IMG_20230405.jpg“ oder „WeChat-Bild_20230405123456.jpg“ sind keine Seltenheit. Diese Namensgebung hat zwar keinen Einfluss auf die Website selbst, erschwert aber die spätere Pflege, wenn die Bildanzahl wächst und man ein bestimmtes Bild schnell finden möchte. Zudem liest auch die Bildersuche von Suchmaschinen den Dateinamen – eine unsaubere Benennung erschwert das Auffinden der Bilder.
Empfehlung: Benennen Sie Bilder vor dem Upload um, sodass der Dateiname den Bildinhalt beschreibt – auf Englisch oder in Pinyin, z. B. „rotes-kleid.jpg“ oder „produkt-show.jpg“. Füllen Sie außerdem das Alt-Attribut mit einer kurzen Beschreibung aus – das ist Teil der SEO-Optimierung und hilft zudem Screenreader-Nutzern, den Bildinhalt zu verstehen.
4. Alte Website-Inhalte werden nicht ordentlich migriert
Wenn ein Unternehmen bereits eine alte Website hat, liegt der Fokus bei einem Relaunch oft nur auf dem Design der neuen Seiten – die Migration alter Inhalte wird vernachlässigt. Wertvolle Artikel oder Produktdaten werden möglicherweise einfach gelöscht, wodurch bereits aufgebaute Suchmaschinen-Indexierungen und externe Links verloren gehen. Selbst wenn Inhalte veraltet sind, könnten Nutzer über alte Links zugreifen – ein direkter 404-Fehler verschlechtert die Nutzererfahrung.
Empfehlung: Exportieren Sie vor dem Relaunch die vollständige URL-Liste der alten Website und bewerten Sie den Wert jeder Seite. Nützliche Inhalte migrieren Sie auf die neue Website und richten Sie 301-Weiterleitungen ein. Auch für wirklich überflüssige Seiten empfiehlt sich eine 301-Weiterleitung auf eine thematisch passende neue Seite, statt sie einfach zu löschen. So bleibt das vorhandene externe Linkgewicht erhalten und Nutzer sehen keine toten Links.

5. Die Struktur der Backend-Kategorien berücksichtigt nicht den Betriebsbedarf
Beim Website-Aufbau richten viele Unternehmen die Kategorien nur nach den aktuellen Produktgruppen ein, ohne an zukünftige Inhalte zu denken. Beispielsweise sollen im Bereich „News“ sowohl Unternehmensmeldungen als auch Branchennews erscheinen – wenn man von Anfang an zwei Unterkategorien anlegt, ist die spätere Pflege klarer. Andererseits gibt es Kategorien, die lange Zeit keine neuen Inhalte erhalten und trotzdem in der Navigation stehen – das stört die Nutzererfahrung.
Empfehlung: Planen Sie die Kategorien, indem Sie zunächst auflisten, welche Inhaltsarten Sie im kommenden Jahr veröffentlichen möchten, und gestalten Sie dann die Struktur. Beispielsweise können Sie „Unternehmensnews“ und „Branchennews“ als separate Kategorien anlegen, statt beide unter „News“ zu bündeln. Wenn Sie für einige Kategorien kurzfristig keine regelmäßigen Inhalte haben, lassen Sie sie zunächst aus der Hauptnavigation heraus und fügen Sie sie erst hinzu, wenn Inhalte vorhanden sind.
6. Die Benutzerfreundlichkeit des Backends wird ignoriert
Viele von Agenturen übergebene Website-Backends sind komplex oder die Bedienlogik ist unklar – das führt dazu, dass die Mitarbeiter das Backend nicht nutzen möchten und die Website-Inhalte veralten. Beispielsweise müssen beim Veröffentlichen eines Artikels im Backend manuell Veröffentlichungsdatum, Autor, Zusammenfassung und weitere Felder ausgefüllt werden, ohne Standardwerte – das ist mühsam und fehleranfällig.
Empfehlung: Lassen Sie vor dem Go-live die Mitarbeiter, die später für die Pflege zuständig sind, das Backend testen. Prüfen Sie, wie viele Schritte zum Veröffentlichen eines Artikels nötig sind, ob Stapelverarbeitung möglich ist und ob Funktionen wie Bildkomprimierung und automatisches Wasserzeichen unterstützt werden. Wählen Sie nach Möglichkeit ein System mit intuitiver Oberfläche und den wichtigsten Funktionen. Falls das Backend bereits steht, bitten Sie die Agentur, den Workflow zu optimieren – etwa durch Standardvorlagen oder das Reduzieren von Pflichtfeldern.

7. Keine 404-Seite und keine Sitemap vorbereitet
Die 404-Seite erscheint, wenn ein Nutzer einen nicht existierenden Link aufruft. Viele Unternehmenswebsites haben keine individuelle 404-Seite – der Nutzer sieht nur den Standardtext „Not Found“, was unprofessionell wirkt. Zudem ist die Sitemap (XML) eine Datei, die Suchmaschinen beim Crawlen der Website hilft. Viele Systeme generieren sie automatisch, aber wenn sie nicht bei den Suchmaschinen eingereicht wird, kann das die Indexierung verlangsamen.
Empfehlung: Lassen Sie beim Website-Aufbau eine nutzerfreundliche 404-Seite gestalten, die einen Link zur Startseite und eine Suchfunktion enthält – so finden Nutzer auch bei Fehlern den richtigen Weg. Prüfen Sie außerdem, ob das System automatisch eine XML-Sitemap erstellt, und reichen Sie diese bei den relevanten Suchmaschinen-Tools (z. B. Google Search Console, Bing Webmaster Tools) ein, damit neue Inhalte schneller entdeckt werden.
Diese Details mögen auf den ersten Blick nebensächlich erscheinen, aber jedes einzelne beeinflusst die Effizienz des Website-Betriebs nach dem Go-live. Wir empfehlen, diese Punkte als Checkliste zu verwenden und sie mit der Website-Agentur Punkt für Punkt durchzugehen – so vermeiden Sie spätere Nacharbeit.





