Wenn Kunden die Website eines Unternehmens öffnen, um Kontaktinformationen zu finden, interessieren sie sich in der Regel für drei Dinge: Sind Sie jetzt erreichbar? Über welchen Weg? Und an wen wende ich mich bei einem konkreten Anliegen? Viele Kontaktseiten wirken, als wären sie zwar vorhanden, aber nicht wirklich hilfreich. Das liegt selten an fehlenden Angaben, sondern daran, dass Kunden raten müssen. Ein Beispiel: Eine Festnetznummer ohne Vorwahl, eine Adresse ohne navigierbaren Standort oder ein großer QR-Code für WeChat, aber ohne Hinweis, wofür man den Kontakt eigentlich nutzt.
Bei der Überarbeitung von Website-Inhalten lohnt es sich, den Bereich Kontakt als eigenständiges Thema zu behandeln – nicht nur schnell ein paar Worte auszutauschen.
Zuerst überlegen: In welcher Situation sehen Kunden die Kontaktangaben?
Dieselbe Telefonnummer kann je nach Platzierung unterschiedliche Erwartungen wecken. Im Footer schauen Kunden meist erst, wenn sie den Inhalt gelesen haben und eine Entscheidung treffen wollen. Auf der Seite „Kontakt“ kommen sie oft mit einem klaren Ziel und möchten schnell den direkten Draht finden. Neben einem Produktbereich befinden sich Kunden vielleicht noch in der Vergleichsphase und wollen erst eine Frage klären, bevor sie sich weiter informieren.
Deshalb kann man die Schreibweise je nach Ort anpassen:

- Im Footer eignet sich eine stabile, häufig genutzte Hauptkontaktmöglichkeit, die ohne Scrollen sichtbar ist.
- Auf der Kontaktseite sollten Telefon, Adresse, E-Mail und Online-Kanäle nach Nutzungsszenarien gruppiert werden, statt alles unübersichtlich aufzulisten.
- Neben Leistungsseiten ist es hilfreich zu schreiben, für welches Anliegen man sich an wen wendet – so rufen Kunden nicht bei der falschen Stelle an.
Telefonnummern so schreiben, dass Kunden nicht raten müssen
Bei Telefonnummern sind Format und Zuordnung die häufigsten Stolperfallen. Sobald Kunden eine Ziffernfolge sehen, überlegen sie: Ist das Festnetz oder Mobil? Muss ich eine Vorwahl wählen? Ist das ein Ferngespräch?
Bewährte Schreibweisen:
- Festnetznummern vollständig angeben, inklusive Vorwahl und üblicher Trennzeichen, zum Beispiel „010-12345678“ – nicht nur die acht Ziffern.
- Bei mehreren Nummern die jeweilige Funktion nennen, etwa „Vertrieb“, „Kundendienst“ oder „Personalabteilung“, statt drei Nummern ohne Erklärung nebeneinanderzustellen.
- Mobilnummern nur veröffentlichen, wenn klar ist, zu welchen Zeiten oder für welche Anliegen sie gedacht sind – so vermeiden Sie Anrufe außerhalb der Geschäftszeiten.
- Nach einer Änderung die gesamte Website prüfen, ob alte Nummern noch vorhanden sind, besonders im Footer, auf der Kontaktseite, auf Karriereseiten und in älteren Pressemitteilungen.
Wenn das Unternehmen mehrere Standorte hat, reicht eine zentrale Nummer oft nicht aus. Kunden sollten zumindest erkennen, welche Adresse für welches Anliegen zuständig ist. Sonst fahren sie möglicherweise zu einem Standort, der ihr Problem gar nicht bearbeitet.
Adressen: Wichtig ist, dass Kunden ankommen – nicht, dass alles aufgelistet ist
Bei Adressen gibt es zwei Extreme: Entweder steht nur „Irgendwo-Technologiepark“, sodass Kunden vor Ort noch nachfragen müssen. Oder es wird die offizielle Geschäftsadresse übernommen, obwohl dort gar keine Kunden empfangen werden.

Für Kunden nützlich sind Adressen mit drei Ebenen: Stadt und Bezirk, eine konkret navigierbare Position und ein Hinweis, wie man Sie vor Ort findet. Angaben wie Gebäude, Etage oder Eingang sind oft hilfreicher als eine lange Verwaltungsgliederung. Wenn Besuchsadresse und eingetragene Adresse voneinander abweichen, sollte auf der Seite klar stehen, welche Adresse für Besucher gilt – damit niemand zum falschen Ort fährt.
Bei einer Adressänderung nicht nur den Seitentext anpassen, sondern auch Kartenmarkierungen, Footer und Rechnungsangaben prüfen. Diese Stellen werden häufig übersehen, sodass Kunden widersprüchliche Informationen erhalten.
E-Mail, WeChat und Online-Formulare: Zweck und Reaktionszeit klar machen
Für E-Mail-Adressen empfiehlt sich eine Unternehmensdomain und eine klare Zweckangabe, zum Beispiel „Kooperationen“, „Bewerbungen“ oder „Kundensupport“. Wenn alles an dieselbe Adresse geht, wissen Kunden nicht, ob ihre Nachricht überhaupt gesehen wird.
Bei Instant-Messaging-Kanälen wie WeChat sind zwei Punkte wichtig: Erstens, wofür der Kontakt gedacht ist. Zweitens, wer antwortet. Ein QR-Code allein lässt Kunden im Unklaren, ob dahinter ein Bot, der Kundenservice oder der Vertrieb steckt – das führt zu Zurückhaltung. Falls der QR-Code zeitlich begrenzt ist oder eine Notiz erfordert, sollte das ebenfalls auf der Seite stehen.
Online-Formulare sollten den Aufwand für Kunden minimieren. Je weniger Pflichtfelder, desto eher wird abgeschickt. Neben dem Absenden-Button kann ein kurzer Hinweis stehen, was danach passiert, etwa „Wir melden uns innerhalb der Geschäftszeiten“. So wissen Kunden, was sie erwartet. Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können – wenn keine feste Antwortzeit garantiert werden kann, nennen Sie besser keine konkrete Dauer.
Platzierung und regelmäßige Überprüfung
Kontaktangaben müssen nicht auf jeder Seite wiederholt werden. Aber Kunden sollten sie finden, wenn sie Kontakt aufnehmen möchten. Bewährt hat sich: Im Footer stehen die wichtigsten Kontaktdaten, die Kontaktseite bietet vollständige Informationen, und wichtige Leistungsseiten enthalten einen passenden Einstieg für Rückfragen.

Nach einer Änderung empfiehlt sich folgende Prüfreihenfolge:
- Von der Startseite aus prüfen, ob die Kontaktangaben im Footer korrekt angezeigt werden und Telefonnummer sowie Adresse aktuell sind.
- Die Kontaktseite öffnen und sicherstellen, dass Telefon, Adresse, E-Mail und Online-Kanäle klar gruppiert sind und sich nicht widersprechen.
- Dieselbe Seite auf dem Smartphone testen: Lässt sich die Telefonnummer antippen? Öffnet die Adresse eine Karten-App?
- Stichprobenartig einige Leistungsseiten prüfen, ob die dortigen Kontaktverweise auf die richtigen Angaben führen.
- Die Website nach alten Nummern, Adressen oder E-Mail-Adressen durchsuchen, besonders in älteren Inhalten.
Kontaktangaben sind oft unscheinbar, doch bei Problemen führen sie direkt zum Verlust von Kunden. Bei der Überarbeitung der Website lohnt es sich, sie als eigenen Prüfpunkt zu behandeln – das ist hilfreicher, als auf jeder Seite „Kontaktieren Sie uns“ zu wiederholen.





