Betriebswissen

Wie die Startseite und die Geschäftsinhalte einer Unternehmenswebsite aufeinander abgestimmt werden

Ausgehend vom Besucherpfad wird erläutert, welche Geschäftsinformationen die Startseite tragen sollte und welche Inhalte auf Rubrikseiten gehören. Mit Prüfliste zur Abstimmung von Startseite und Geschäftsinhalten für die Strukturklärung vor dem Website-Aufbau.

Illustrative Szene

Wenn Unternehmen eine Website planen, wird meist zuerst diskutiert, wie die Startseite aussehen soll – selten jedoch, in welchem Verhältnis die Startseite zu den Geschäftsinhalten steht. Häufig führt das zu einem von zwei Ergebnissen: Die Startseite ist mit sieben oder acht Geschäftsbereichen überfüllt, doch hinter jedem Bereich verbirgt sich nur ein kurzer Absatz. Oder die Startseite enthält lediglich einen Slogan, und Kunden müssen selbst herausfinden, was das Unternehmen konkret anbietet. Wenn Startseite und Geschäftsinhalte nicht zusammenpassen, zieht eine spätere Anpassung oft Navigation und Rubriken mit sich – deutlich aufwendiger, als vor dem Aufbau Klarheit zu schaffen.

Zunächst trennen: Welche Aufgabe hat die Startseite, welche die Geschäftsinhalte?

Die Startseite muss nicht alle Geschäftsbereiche vollständig erklären. Ihre Aufgabe ist es, Besuchern in kurzer Zeit drei Dinge zu vermitteln: Was macht dieses Unternehmen, betrifft mich das, und wohin klicke ich als Nächstes? Die Aufgabe der Geschäftsinhaltsseiten besteht darin, ein konkretes Angebot klar darzustellen: Welches Problem wird gelöst, was ist enthalten, für welche Situation ist es geeignet, und wie nimmt man Kontakt auf?

Sobald diese beiden Aufgaben getrennt sind, wird die Zuordnung klar: Die Startseite übernimmt die „Weiterleitung“, die Geschäftsinhalte die „Aufnahme“. Jeder Geschäftsbereich auf der Startseite sollte eine Seite haben, die ihn aufnehmen kann. Umgekehrt sollte jedes Angebot, das nach außen im Vordergrund stehen soll, einen Einstieg auf der Startseite haben – und nicht in einem Untermenü verborgen sein.

Was auf die Startseite kommt, richtet sich nach der Priorität der Geschäftsbereiche

Der Platz auf der Startseite ist begrenzt, Geschäftsbereiche lassen sich nicht gleichmäßig aufteilen. Bewährt hat sich, die Bereiche zuerst zu priorisieren – etwa nach Umsatzanteil, Häufigkeit von Kundenanfragen oder zukünftiger strategischer Ausrichtung, nicht nach Anzahl der Abteilungen oder persönlichen Vorlieben.

Wie die Startseite und die Geschäftsinhalte einer Unternehmenswebsite aufeinander abgestimmt werden配图

Nach der Priorisierung lässt sich die Startseite typischerweise so aufbauen:

  • Kerngeschäft: im vorderen Bereich der Startseite platziert, mit einer kurzen Erläuterung, die „was wird gemacht, für wen“ vermittelt, und einem Link zur entsprechenden Detailseite.
  • Nebengeschäft: kann gesammelt mit einer Textzeile und Links dargestellt werden – nicht jeder Bereich muss als großes Bildmodul erscheinen.
  • Ergänzende Inhalte: etwa Unternehmensvorstellung, Referenzen, Kontakt – im mittleren bis hinteren Bereich der Startseite oder an fester Position in der Navigation, damit sie den Kernbereichen keinen Platz wegnehmen.

Die Prüfung ist einfach: Wenn ein Geschäftsbereich auf der Startseite viel Raum einnimmt, die zugehörige Seite aber nur drei bis fünf Zeilen enthält, dann fehlen entweder die Inhalte – oder der Bereich gehört nicht an diese Stelle.

Wie Geschäftsinhalte rubriziert werden, damit keine Unübersichtlichkeit entsteht

Die Organisation der Geschäftsinhalte wirkt sich direkt darauf aus, ob die Startseite klar weiterleiten kann. Häufige Probleme: Rubriken werden nach internen Abteilungen benannt, was Kunden nicht verstehen. Oder alle Angebote landen in einem einzigen „Produktcenter“ mit zu tiefer Verschachtelung.

Wie die Startseite und die Geschäftsinhalte einer Unternehmenswebsite aufeinander abgestimmt werden配图

Robuster ist eine Gruppierung nach der Logik der Kunden. Suchen Kunden beispielsweise „eine Lösung für ein bestimmtes Problem“, werden die Rubriken nach Problemtypen gegliedert. Kaufen Kunden nach Branche ein, wird nach Branche gegliedert. Ist die Gruppierungsdimension einmal festgelegt, werden die Geschäftseinstiege auf der Startseite nach derselben Dimension angeordnet – Besucher erleben keinen Bruch im Verständnis zwischen Startseite und Rubrikseite.

Die Rubrikenhierarchie sollte möglichst nicht mehr als zwei Ebenen umfassen: Die erste Ebene entspricht der Geschäftskategorie, die zweite Seite oder Detailseite dem konkreten Angebot. Bei zu tiefer Verschachtelung nützt selbst ein Einstieg auf der Startseite wenig, wenn Kunden nach zwei Klicks das konkrete Angebot noch nicht gefunden haben.

Prüfung der Abstimmung vor dem Website-Aufbau

Bevor das Design der Startseite finalisiert wird, empfiehlt sich eine Inhaltsbestandsaufnahme anhand der folgenden Fragen:

  1. Gibt es für jeden auf der Startseite aufgeführten Geschäftsbereich eine Detailseite mit ausreichend Inhalt? Falls nicht, zuerst Inhalte ergänzen oder den Bereich vorerst nicht auf die Startseite stellen.
  2. Kann jede Geschäftsdetailseite die vier Fragen beantworten: Was ist das, für wen ist es geeignet, was ist enthalten, was ist der nächste Schritt?
  3. Führt der Weg von jedem Geschäftseinstieg auf der Startseite zum konkretesten Inhalt in höchstens zwei Klicks?
  4. Sind Navigationsbezeichnungen und Bezeichnungen der Startseitenmodule identisch? Wenn dasselbe Angebot auf der Startseite anders heißt als in der Navigation, zweifeln Besucher, ob es sich um dasselbe handelt.
  5. Bietet die bestehende Rubrikenstruktur Platz für zukünftige neue Geschäftsbereiche? Oder muss bei jeder Ergänzung die Navigation neu erstellt werden?
Wie die Startseite und die Geschäftsinhalte einer Unternehmenswebsite aufeinander abgestimmt werden配图

Für diese Prüfung braucht es keine technischen Werkzeuge – ein Blatt Papier oder eine Tabelle, in der Startseitenmodule und zugehörige Seiten gegenübergestellt werden, genügt. Unstimmigkeiten lassen sich in der Aufbauphase deutlich leichter beheben als nach dem Livegang.

Wie die Abstimmung nach dem Livegang erhalten bleibt

Die Abstimmung zwischen Startseite und Geschäftsinhalten ist keine einmalige Aufgabe. Nach Anpassungen des Geschäfts, veränderten Schwerpunkten oder ergänzten Inhalten können neue Unstimmigkeiten zwischen Startseiteneinstiegen und Rubrikeninhalten entstehen. In der laufenden Pflege sind zwei Dinge regelmäßig zu prüfen: Erstens, ob jeder Geschäftseinstieg auf der Startseite noch funktioniert und die Inhalte aktuell sind. Zweitens, ob neue Angebote bereits online sind, aber noch keinen Einstieg auf der Startseite haben.

Diese beiden Prüfungen in die regelmäßige Wartungsliste der Website aufzunehmen, ist deutlich einfacher, als erst nach Kundenfeedback „Wir finden nicht, was Sie anbieten“ nachzubessern. Wenn Startseite und Geschäftsinhalte gut abgestimmt sind, entfallen bei späterer Rubrikenplanung, Inhaltsaktualisierung und grundlegender SEO-Optimierung viele Nacharbeiten.

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