Design-Ratgeber

Welche Inhalte und Bilder vor dem Design eines Eventplakats bereitgestellt werden müssen

Welche Texte, Bilder und Druckanforderungen sind vor dem Design eines Eventplakats nötig? Dieser Artikel erklärt Informationshierarchie, Bildspezifikationen, Druckabstimmung und Lieferprüfung.

Illustrative Szene

Zunächst klären: Wofür wird das Plakat verwendet?

Je nach Verwendungszweck unterscheiden sich die benötigten Materialien erheblich. Wird der Kanal zuerst festgelegt, ergeben sich daraus Format, Textmenge und Bildauflösung.

  • Offline-Aushang oder Roll-up: Fokus auf Fernlesbarkeit – wenig Text, große Schrift, hochauflösende Bilder.
  • Online-Weiterleitung (Moments, Community, offizielle Account-Bilder): Fokus auf Lesbarkeit am Smartphone – eher Hochformat, etwas mehr Text, aber klare Hierarchie.
  • Großbildschirm oder Hintergrundwand vor Ort: Spezielles Seitenverhältnis – das tatsächliche Format von Bildschirm oder Wand vorab erfragen.

Wenn dasselbe Plakat sowohl online als auch offline genutzt werden soll, sollte dies von Anfang an mitgeteilt werden. Das Design wird dann nach dem Hauptverwendungszweck festgelegt und anschließend eine angepasste Version erstellt.

Textinhalte: Nach Informationshierarchie aufbereiten, nicht als Fließtext

Das Design benötigt direkt setzbaren Text, keine umgangssprachliche Beschreibung. Empfohlene Gliederung:

  • Haupttitel: Name der Veranstaltung – in einem Satz, worum es geht.
  • Untertitel oder Ein-Satz-Erklärung: Ergänzung zu Thema, Zielgruppe oder Kernaussage.
  • Zeit: Datum, genauer Zeitraum, ggf. mehrtägig.
  • Ort: Vollständige Bezeichnung, Etage oder Bereich, bei Bedarf kurze Wegbeschreibung.
  • Teilnahme: Anmeldeweg, QR-Code, Kontakt (von Ihnen bereitzustellen; das Design platziert nur).
  • Veranstalter/Mitveranstalter: Namen, Logo-Dateien.
  • Sonstige Pflichtangaben: Ticket-Hinweise, wichtige Hinweise, Sponsorennennung usw.

Der Text sollte möglichst als Dokument vorliegen, mit Kennzeichnung, was zwingend erforderlich ist und was entfallen kann. Die Plakatfläche ist begrenzt. Bei deutlich zu viel Text muss das Design Rücksprache zur Streichpriorität halten, anstatt eigenmächtig die Schriftgröße zu verkleinern.

Bei Markennamen, Markenzeichen, Testimonials oder Partnernamen müssen Sie bestätigen, dass die Nutzungsrechte vorliegen. Das Design prüft dies nicht.

Bildmaterial: Auflösung und Format nach Verwendungszweck

Plakate stellen höhere Anforderungen an Bilder als Visitenkarten oder Social-Media-Grafiken, besonders beim Druck. Prüfpunkte:

  • Auflösung: Für den Druck müssen die Pixelmaße ausreichend groß sein, um Unschärfe beim Vergrößern zu vermeiden. Die konkrete Größe hängt vom Endformat und der Ausgabeauflösung ab – mit der Druckerei abstimmen.
  • Format: Bevorzugt Originalfotos oder Original-Designdateien, keine von Messengern komprimierten Versionen. JPG für Fotos, PNG für Grafiken mit Transparenz, Vektorformate (AI, EPS, SVG) für Logos und Icons.
  • Logo-Dateien: Möglichst als Vektor, oder mindestens als hochauflösende Version mit sauberem Hintergrund, damit sie auf dunklem oder hellem Grund funktionieren.
  • Personenfotos: Prüfen, ob eine Einwilligung zur Nutzung des Bildnisses vorliegt, besonders bei Gästen, Mitarbeitenden oder Kunden.
  • Bildrechte: Bei Stock- oder Internetbildern müssen Sie den Lizenzumfang bestätigen. Das Design setzt die von Ihnen gelieferten Materialien und übernimmt keine Prüfung der Bildrechte.
  • Materialliste: Bei vielen Bildern empfiehlt sich eine Benennung nach Zweck – welches für das Hauptmotiv, welches als Ergänzung.

Falls noch keine passenden Bilder vorliegen, kann geklärt werden, ob das Design bei der Bildsuche oder grafischen Aufbereitung unterstützen soll. Dies verursacht zusätzliche Kosten und ist vorab abzustimmen.

Druck und Ausgabe: Format, Material, Verfahren vorab klären

Wenn das Plakat gedruckt oder als Material produziert wird, sind folgende Angaben mit der Druckerei zu klären und dann an das Design weiterzugeben:

  • Endformat: Genaue Länge und Breite, sowie ob Beschnittzugabe erforderlich ist.
  • Material und Verfahren: Papierart, Laminierung, ob Roll-up oder Display usw.
  • Farbanforderungen: Druck üblicherweise CMYK, Bildschirm RGB – die Farbwiedergabe unterscheidet sich, Verwendungszweck vorab angeben.
  • Ausgabeformat: Von der Druckerei gefordertes Dateiformat, Schriften in Pfade konvertiert, Bilder eingebettet.
  • Proof: Ob zunächst ein Andruck zur Farb- und Schnittkontrolle benötigt wird.

Diese Anforderungen können je Druckerei variieren. Maßgeblich sind die Dateivorgaben der Druckerei, nicht Erfahrungswerte.

Was bei der Lieferung geprüft werden sollte

Die Lieferung umfasst üblicherweise Fertigdateien und editierbare Quelldateien. Nach Erhalt prüfen:

  • Fertigdateien: Finale Version für Druck oder Veröffentlichung – entspricht das Format den Anforderungen der Druckerei oder Plattform?
  • Editierbare Quelldateien: Sind Schriften, Ebenen und Bilder vollständig und für spätere Änderungen geeignet?
  • Schriftlizenzen: Sind die in den Quelldateien verwendeten Schriften für die kommerzielle Nutzung lizenziert? Dies müssen Sie in der Regel bestätigen.
  • Bildmaterial: Eingebettet oder separat mitgeliefert?
  • Versionsverwaltung: Versionsstände während der Bearbeitung dokumentieren, um Verwechslungen zu vermeiden.

Wenn das Design auch die Druckabwicklung oder Materialproduktion übernehmen soll, handelt es sich um eine zusätzliche Leistung, die vor der Beauftragung geklärt werden muss. Informationen zu grafischen Leistungen finden Sie unter Grafikdesign-Service.

Eine direkt nutzbare Checkliste

Wenn die folgenden Punkte vor dem Design geklärt sind, reduziert dies den Abstimmungsaufwand:

  1. Verwendungszweck und Kanal des Plakats
  2. Endformat oder Bildschirmseitenverhältnis
  3. Nach Hierarchie aufbereiteter Text
  4. Logo und Markenrichtlinien (falls vorhanden)
  5. Hauptbild und Alternativbilder
  6. Bestätigung von Bildrechten und Bildniseinwilligungen
  7. Druckmaterial, Verfahren und Dateivorgaben (bei Druck)
  8. Anforderungen an das Lieferformat
  9. Anzahl der Korrekturrunden und Deadline

Je konkreter die Materialien vorbereitet sind, desto leichter kann das Design die Umsetzbarkeit beurteilen und desto weniger Nacharbeit entsteht durch fehlende Informationen.

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