Viele Unternehmen investieren viel Mühe in die Erstellung ihrer Website, aber nach dem Launch berichten Kunden: „Ich verstehe das nicht“ oder „Ich finde die gesuchten Informationen nicht“. Das Problem liegt oft im Content: entweder zu fachlich, zu langatmig oder unlogisch strukturiert. Dabei ist es gar nicht schwer, die Website für Kunden verständlich zu machen – mit ein paar grundlegenden Prinzipien lässt sich die Lesbarkeit deutlich verbessern.
1. Überlegen Sie zuerst, wonach Kunden suchen
Website-Inhalte sind nicht für Sie selbst, sondern für potenzielle Kunden geschrieben. Bevor Sie loslegen, listen Sie die häufigsten Fragen Ihrer Kunden auf: Was machen Sie? Was sind die Besonderheiten Ihrer Produkte/Dienstleistungen? Wie läuft die Zusammenarbeit ab? Wie hoch sind die Preise? Wie kann man Sie kontaktieren? Platzieren Sie die Antworten auf diese Fragen an prominenter Stelle – das ist wichtiger, als eine lange Unternehmensgeschichte zu präsentieren.
Ein Beispiel: Ein Unternehmen für Gerätereparatur. Kunden interessieren sich vor allem für den Reparaturumfang, die Reaktionszeit und die Kosten. Auf der Startseite oder in der Navigation sollten daher direkt Kategorien wie „Reparaturservice“, „Preisanfrage“ und „Kontakt“ erscheinen, anstatt zuerst einen langen Abschnitt über die Firmengeschichte zu zeigen.
2. Nutzen Sie Überschriften und Hierarchien, um Inhalte zu strukturieren
Das Lesen am Bildschirm ermüdet schnell. Wenn ein Textabschnitt keine Überschriften und keine klare Gliederung hat, verlieren Kunden leicht die Geduld. Empfehlungen:

- Verwenden Sie auf jeder Seite 2-3 Überschriftenebenen, damit Kunden auf einen Blick erkennen, worum es geht.
- Lassen Sie ausreichend Abstand zwischen Absätzen; heben Sie wichtige Informationen mit Listen oder Fettdruck hervor.
- Packen Sie nicht zu viele Informationen in einen Absatz – ein Absatz sollte nur einen Kernpunkt behandeln.
Zum Beispiel bei einer Dienstleistungsseite: Gliedern Sie nach „Dienstleistungsangebot – Ablauf – Vorteile – Kundenbeispiele“. Trennen Sie die Abschnitte mit H2-Überschriften und erklären Sie die Details in kurzen Sätzen oder Listen.
3. Vermeiden Sie Fachjargon, sprechen Sie Klartext
Fachbegriffe aus Ihrer Branche sind für Kunden oft unverständlich. Ausdrücke wie „Komplettlösung“, „digitale End-to-End-Befähigung“ oder „modulare Integrationsarchitektur“ verwirren eher. Ersetzen Sie sie durch verständliche Formulierungen:
- Statt „Lösung“ sagen Sie „Wie wir Ihr Problem lösen“
- Statt „technische Parameter“ sagen Sie „tatsächliche Nutzungseffekte“
- Statt „Unternehmensvision“ sagen Sie „Vorteile für den Kunden“
Wenn Fachbegriffe unvermeidbar sind, fügen Sie beim ersten Auftreten eine kurze Erklärung hinzu. Zum Beispiel: „Wir nutzen ein ERP-System (Enterprise Resource Planning), um Bestellungen zu verwalten“ – so verstehen Kunden den Zusammenhang.
4. Unterstützen Sie das Verständnis mit Bildern und Symbolen
Reine Textseiten wirken schnell trocken. Fügen Sie passende Bilder, Flussdiagramme, Symbole oder kurze Grafiken hinzu, um Inhalte anschaulicher zu machen. Beispiele:

- Serviceablauf: Zeigen Sie mit einem einfachen Flussdiagramm die Schritte von der Anfrage bis zum Kundendienst.
- Produktvergleich: Nutzen Sie eine Tabelle, um die wichtigsten Unterschiede darzustellen – das ist klarer als ein langer Text.
- Unternehmensgröße: Verwenden Sie Zahlen-Symbole (z. B. „500+ betreute Kunden“ oder „20+ abgedeckte Städte“) – das überzeugt mehr als vage Aussagen wie „viele Kunden“.
Achten Sie darauf, dass Bilder scharf und inhaltlich relevant sind. Vermeiden Sie rein dekorative Bilder, die ablenken.
5. Halten Sie die Seitenlänge im Griff, wichtige Informationen nach vorne
Die durchschnittliche Verweildauer auf einer Website ist kurz – oft nur wenige Dutzend Sekunden. Daher:
- Die Startseite sollte direkt das Kerngeschäft und die Vorteile zeigen, ohne viele Unterseiten.
- Wichtige Schlussfolgerungen oder Kontaktdaten auf Unterseiten sollten weiter oben erscheinen.
- Bei langen Seiten über 1500 Zeichen verwenden Sie Ankerlinks oder ein Inhaltsverzeichnis, damit Kunden schnell springen können.
Zum Beispiel auf der „Über uns“-Seite: Viele Unternehmen schreiben eine lange Firmengeschichte, aber Kunden wollen schnell wissen: „Seid ihr zuverlässig?“ Platzieren Sie daher Auszeichnungen, Zertifikate und Referenzkunden weiter vorne und die Geschichte weiter hinten.
6. Halten Sie die Sprache prägnant, vermeiden Sie Wiederholungen
Dasselbe in verschiedenen Worten mehrfach zu sagen, verwirrt Kunden nur. Überprüfen Sie Ihre Inhalte und streichen Sie unnötige Füllwörter, fassen Sie doppelte Informationen zusammen. Beispiel: „Wir haben ein professionelles Technikerteam, das Team ist erfahren, und alle Teammitglieder sind geschult“ – drei Sätze sagen dasselbe. Besser: „Unser Technikerteam ist erfahren und alle Mitglieder sind geschult.“

7. Optimieren Sie auch für die mobile Ansicht
Viele Kunden surfen heute über das Smartphone. Inhalte, die am PC gut aussehen, können auf dem Handy überladen wirken. Wenn Ihre Website responsiv ist oder eine mobile Version hat, beachten Sie:
- Halten Sie Absätze kürzer – 3-5 Zeilen pro Absatz sind ideal.
- Überschriften und Buttons sollten größer sein, damit sie sich leicht antippen lassen.
- Tabellen verformen sich auf dem Handy oft – ersetzen Sie sie durch Listen oder kurze Texte.
Zusammenfassend: Damit Kunden Ihre Unternehmenswebsite leicht verstehen, ist der Schlüssel, aus Kundensicht zu denken: Was wollen sie wissen? Wie kann ich es am schnellsten präsentieren? Mit klarer Struktur, verständlicher Sprache und hervorgehobenen Kernpunkten verbessern Sie die Lesbarkeit und Nutzerfreundlichkeit Ihrer Website erheblich.


