Nach der Etikettenüberarbeitung: Zuerst klären, was geprüft werden muss
Bei einer Etikettenüberarbeitung wird oft nur ein Teil des Inhalts geändert, z. B. ein neues Logo, eine angepasste Nettomenge, eine aktualisierte Zutatenliste oder ein Barcode, der von der Seite auf die Rückseite verschoben wird. Nach der Überarbeitung sind die häufigsten Fehlerquellen nicht Designfragen, sondern drei harte Informationen: Barcode-Position, Textinhalt und Druckmaße. Sobald hier Fehler auftreten, müssen oft neue Druckplatten erstellt und neu gedruckt werden – die Kosten sind deutlich höher als bei einer Designänderung.
Das Ziel der Prüfung ist einfach: Sicherstellen, dass der Barcode auf dem neuen Etikett nach dem Druck normal gescannt werden kann, der Text vollständig mit der final bestätigten Version übereinstimmt und die fertigen Maße zum Aufkleben oder Aufschieben auf die Verpackung passen. Im Folgenden wird beschrieben, wie diese drei Bereiche geprüft werden.
Barcode-Position prüfen
Die Barcode-Prüfung erfolgt auf zwei Ebenen: Position und Lesbarkeit.
Position: Zunächst prüfen, ob die relative Position des Barcodes auf dem Etikett mit der vorherigen Version übereinstimmt. Wenn nur Farben oder Texte geändert wurden, sollte die Barcode-Position nicht willkürlich verschoben werden, da Verpackungslinien, Etikettiermaschinen oder manuelles Etikettieren möglicherweise auf die ursprüngliche Position eingestellt sind. Falls eine Verschiebung notwendig ist, muss mit den Kollegen in der Etikettierung oder Verpackung abgestimmt werden, ob die neue Position machbar ist.
Lesbarkeit: Den Entwurf in der tatsächlichen Druckgröße ausdrucken und mit einem Barcode-Scanner oder einer Smartphone-Scan-App testen. Beachten Sie folgende Punkte:
- Ist um den Barcode herum ausreichend Ruhezone vorhanden, die nicht von Rahmen, Farbblöcken oder Text überdeckt wird?
- Wird der Barcode von der Schnittlinie angeschnitten oder liegt er zu nah an der Schnittlinie?
- Ist der Kontrast zwischen Barcode-Farbe und Hintergrund ausreichend? Dunkler Hintergrund mit hellem Barcode oder invertierter Barcode können die Lesbarkeit beeinträchtigen.
- Stimmen die Ziffern unter dem Barcode mit dem Barcode selbst überein? Bei einer Überarbeitung kann es leicht passieren, dass nur die Ziffern geändert werden, nicht aber das Barcode-Bild – oder umgekehrt.
Bei gewölbten Etiketten (z. B. auf Flaschen) muss der Einfluss der Krümmung auf das Scannen berücksichtigt werden. Am besten testet man das Aufkleben und Scannen mit dem tatsächlichen Flaschentyp. Die Anforderungen an Barcode-Größe, Farbkombination und Ruhezone sollten gemäß den Vorgaben des Barcode-Anbieters oder des Druckdienstleisters eingehalten werden – nicht nach Erfahrungswerten.
Textprüfung ohne Lücken
Die Textprüfung ist am fehleranfälligsten, da bei einer Überarbeitung oft nur wenige Stellen geändert werden, aber der gesamte Text gelesen werden muss. Empfohlene Reihenfolge:
- Zuerst Version abgleichen: Sicherstellen, dass der vorliegende Entwurf der richtigen Textversion entspricht, um nicht alten Text mit neuem Design zu vergleichen.
- Punkt für Punkt vergleichen: Den final bestätigten Text (z. B. Produktname, Zutatenliste, Nettomenge, Herstellerinformationen, Normen, Kontaktdaten) Wort für Wort mit dem Entwurf abgleichen. Besonders auf Zahlen, Einheiten, Satzzeichen, Groß-/Kleinschreibung und Leerzeichen achten.
- Fehleranfällige Punkte prüfen: Nettomenge, Spezifikationen, Haltbarkeit, Lagerbedingungen, Reihenfolge der Zutaten – diese Inhalte werden bei Überarbeitungen leicht versehentlich geändert oder übersehen.
- Layout-Überlauf prüfen: Wird der Text nach einer Verlängerung abgeschnitten, überlagert er andere Elemente oder ist er zu klein zum Lesen? Was im Entwurf normal aussieht, kann beim Druck durch Schriftersetzung anders erscheinen.
- Schrifteinbettung oder Konvertierung prüfen: Falls der Druckdienstleister konvertierte Dateien benötigt, sicherstellen, dass der Text in Pfade umgewandelt wurde, um fehlende Schriften und daraus resultierende Verschiebungen zu vermeiden.
Die endgültige Textversion sollte von der für Produktinformationen verantwortlichen Person bestätigt werden. Der Designer setzt den bestätigten Text um und beurteilt nicht selbst, ob der Inhalt korrekt ist.
Druckmaße prüfen
Die Maßprüfung umfasst nicht nur Länge und Breite, sondern auch leicht zu übersehende Punkte:
- Passen die Fertigmaße zur Verpackung? Deckt das Etikett nach dem Aufkleben den erforderlichen Bereich ab? Bleiben Verschluss, Naht oder Sichtfenster frei?
- Beschnittzugabe und Schnittlinien: Hat der Entwurf die vom Druckdienstleister geforderte Beschnittzugabe? Liegen wichtige Inhalte weit genug von der Schnittlinie entfernt? Bei geänderten Maßen muss die Beschnittzugabe neu bestätigt werden.
- Sicherheitsbereich: Liegen Text und Barcode im Sicherheitsbereich, um ein Abschneiden durch Schnitttoleranzen zu vermeiden?
- Praktischer Drucktest: Den Entwurf im Maßstab 1:1 ausdrucken, ausschneiden und auf die tatsächliche Verpackung kleben, um Maße, Position und visuellen Eindruck zu prüfen. Dieser Schritt ist zuverlässiger als die Betrachtung am Bildschirm.
- Einfluss von Material und Veredelung: Bei Laminierung, Heißfolienprägung, Blindprägung oder Stanzen müssen Maße und Position mit dem Druckdienstleister abgestimmt werden, da diese Verfahren zu leichten Verschiebungen führen können.
Konkrete Beschnittwerte, Sicherheitsbereiche und Stanzanforderungen können je nach Druckdienstleister unterschiedlich sein. Vor dem Druck direkt beim Dienstleister erfragen und nicht die Parameter des vorherigen Anbieters übernehmen.
Checkliste vor dem Druck
Vor dem Druck des überarbeiteten Etiketts können folgende Punkte durchgegangen werden:
- Barcode in tatsächlicher Größe gedruckt und erfolgreich gescannt;
- Barcode-Position, Farbe und Ruhezone entsprechen den Anforderungen des Barcode-Anbieters oder Druckdienstleisters;
- Textinhalt stimmt Wort für Wort mit der final bestätigten Version überein, Zahlen und Einheiten korrekt;
- Kein abgeschnittener oder überlaufender Text, keine fehlenden Schriften;
- Fertigmaße, Beschnittzugabe und Sicherheitsbereich entsprechen den Anforderungen des Druckdienstleisters;
- 1:1-Drucktest und Aufkleben durchgeführt, um die Passgenauigkeit zu bestätigen;
- Quelldateien sind in Fertigungsdatei, editierbare Datei und Lizenzumfang unterteilt und werden klar übergeben.
Falls die Etikettenüberarbeitung auch Verpackungsstruktur, Barcode-Beantragung oder Markennutzung betrifft, gehören diese nicht zum Standardumfang des Grafikdesigns und müssen separat geklärt werden. Für die Beauftragung von Etikettendesign oder Überarbeitungslayout können Sie die Grafikdesign-Service Seite besuchen.





