Warum ist eine Seitenstruktur-Prüfung wichtig?
Die Seitenstruktur einer Website ist wie das Inhaltsverzeichnis eines Buches: Ist es klar, finden Leser schnell, was sie suchen. Für Unternehmenswebsites beeinflusst die Struktur direkt die Nutzererfahrung, das Crawling durch Suchmaschinen und die spätere Pflege. Werden Strukturfehler erst nach dem Launch entdeckt, sind Anpassungen oft teuer. Daher lohnt es sich, vor dem Bau Zeit in die Prüfung der Seitenstruktur zu investieren.
Was umfasst die Checkliste?
Die folgende Checkliste eignet sich für die meisten Unternehmenswebsites und kann je nach Bedarf angepasst werden:
1. Deckt die Struktur die wichtigsten Nutzerbedürfnisse ab?
Zunächst: Für wen ist die Website? Kunden, Partner, Bewerber oder Investoren? Verschiedene Zielgruppen haben unterschiedliche Interessen. Kunden suchen Produkte und Dienstleistungen, Bewerber Stellenangebote. Prüfen Sie, ob jede Kategorie eine häufige Frage einer Zielgruppe beantwortet – vermeiden Sie eine Struktur, die nur aus Unternehmenssicht sinnvoll ist, aber niemanden interessiert.

2. Ist die Hierarchie klar?
In der Regel sind 5–7 Hauptkategorien ideal. Zu viele überladen das Menü, zu wenige führen zu unübersichtlichen Inhalten. Unterkategorien sollten nicht zu tief verschachtelt sein – idealerweise erreicht der Nutzer gesuchte Inhalte in maximal drei Klicks. Prüfen Sie, ob es Kategorien mit sehr wenig Inhalt oder Überschneidungen zwischen zwei Kategorien gibt.
3. Sind die Kategorienamen verständlich?
Kategorienamen sollten sofort erkennen lassen, was sich dahinter verbirgt. Vermeiden Sie zu fachliche oder vage Begriffe: „Allgemeine Informationen“ ist weniger klar als „Neuigkeiten“, „Lösungen“ ist ohne konkrete Inhalte weniger verständlich als „Leistungen“. Bitten Sie Personen, die das Unternehmen nicht kennen, die Kategorienamen zu lesen – sie sollten den Inhalt grob erraten können.
4. Ist die SEO-Grundstruktur berücksichtigt?
Die Seitenstruktur beeinflusst, wie Suchmaschinen die Website verstehen. Empfehlenswert ist, dass jede Hauptkategorie einem Kern-Keyword entspricht und die Unterseiten dieses Keyword aufgreifen. Prüfen Sie, ob die Kategorienamen natürlich Keywords enthalten, ob die URL-Struktur einfach ist und ob für jede Kategorie ein Inhaltsplan existiert – leere Kategorien sollten vermieden werden.
5. Ist Platz für zukünftige Inhalte?
Eine Website ist nie fertig – sie wird ständig erweitert. Die Struktur sollte zukünftige Inhalte berücksichtigen. Wenn das Unternehmen expandiert und neue Leistungen anbietet, gibt es dann einen passenden Ort? Vermeiden Sie, alles unter „Über uns“ zu bündeln; reservieren Sie Kategorien wie „News“ oder „Referenzen“.

6. Ist die mobile Darstellung bedacht?
Viele Nutzer greifen über das Smartphone auf die Website zu. Bei vielen Kategorien muss das mobile Menü nutzerfreundlich sein. Prüfen Sie, ob die Kategorienamen kurz genug sind, ob es verschachtelte Menüs gibt – auf Mobilgeräten sind flache oder aufklappbare Menüs besser.
Wie führt man die Prüfung durch?
Gehen Sie wie folgt vor:
- Listen Sie alle gewünschten Kategorien auf einem Blatt Papier auf.
- Versuchen Sie, aus Nutzersicht die Website zu simulieren und zu prüfen, ob Sie schnell finden, was Sie suchen.
- Vergleichen Sie die Struktur mit Wettbewerbswebsites, aber kopieren Sie nicht – passen Sie sie an Ihr Geschäft an.
- Sprechen Sie mit Vertrieb und Support – sie kennen die häufigsten Kundenfragen.
- Erstellen Sie nach der ersten Fassung ein Mindmap, um die Logik zu prüfen.

Häufige Fehler bei der Seitenstruktur
- Zu viele, zu feine Kategorien: Wenn Produkte in Dutzende Kategorien aufgeteilt werden, verlieren Nutzer den Überblick.
- Leere Kategorien: Kategorien ohne Inhalte sollten vorerst zusammengelegt werden.
- Zu kreative Namen: Begriffe wie „Entdecken“ statt „News“ sind nicht eindeutig und verwirren.
- Vernachlässigung der Pflege: Ohne Inhaltsplan wird die spätere Pflege schwierig.
Fazit
Die Prüfung der Seitenstruktur vor dem Website-Bau kostet nur wenige Tage, spart aber später viel Aufwand. Planen Sie die Struktur als wichtigen Schritt und diskutieren Sie sie im Team – auch professionelle Webagenturen können helfen. Denken Sie daran: Die Struktur ist nicht statisch; sie sollte sich mit dem Geschäft weiterentwickeln.


