Auf vielen Unternehmenswebsites passiert Folgendes: In die Leistungsbeschreibung wird ein Absatz mit Preisen eingeschoben, und in der Preisübersicht wird jede Leistung noch einmal vorgestellt. Die Folge: Beide Seiten überschneiden sich, eine Preisänderung muss an mehreren Stellen nachgezogen werden – und dabei wird leicht etwas übersehen. Um dieses Problem zu lösen, sollten zunächst die Zuständigkeiten der beiden Seiten klar getrennt werden.
Zunächst klären, welche Fragen jede Seite beantwortet
Die Leistungsbeschreibung richtet sich an Besucher, die verstehen möchten, wie eine Leistung abläuft. Sie erklärt, welches Problem die Leistung löst, für welche Unternehmen sie geeignet ist, welche Schritte der Ablauf umfasst, was geliefert wird und welche Unterlagen der Kunde bereitstellen muss. Nach dem Lesen sollte der Besucher einschätzen können, ob diese Leistung die richtige für ihn ist.
Die Preisübersicht richtet sich an Besucher, die bereits ungefähr wissen, was sie brauchen, und nun verstehen möchten, wie die Kosten entstehen. Sie erklärt das Abrechnungsmodell (pro Projekt, jährlich, nutzungsabhängig usw.), was in den Kosten enthalten ist, wann zusätzliche Kosten anfallen und welche Informationen für ein Angebot benötigt werden. Nach dem Lesen sollte der Besucher einschätzen können, ob er zur Angebotsanfrage übergehen kann.
Ob die Aufgabenteilung klar ist, lässt sich mit einer einfachen Prüfung feststellen: Bleibt die Leistungsbeschreibung vollständig lesbar, wenn man alle Preisabsätze daraus entfernt? Können Besucher in der Preisübersicht noch verstehen, worauf sich die Preise beziehen, wenn man alle Leistungsbeschreibungen daraus entfernt? Wenn beide Antworten „Ja“ lauten, ist die Aufteilung im Wesentlichen stimmig.
Inhalte so verteilen, dass keine Doppelungen entstehen
Die Leistungsbeschreibung enthält die fachliche Beschreibung; Preise werden nur verlinkt. Im Abschnitt zu Ablauf oder Liefergegenständen kann beispielsweise stehen: „Die Abrechnung dieser Leistung finden Sie in der Preisübersicht“, versehen mit einem Link. So muss bei Preisänderungen nur eine Stelle angepasst werden.

Die Preisübersicht enthält die Abrechnungsregeln; die Leistungsbeschreibung wird nur so knapp wie nötig erwähnt. Ist eine Leistung komplex, muss die Preisübersicht den Ablauf nicht ausbreiten. Ein Satz wie „Die zu diesen Kosten gehörenden Leistungsinhalte finden Sie in der Leistungsbeschreibung“ genügt.
Für typische Inhalte kann die Aufteilung so aussehen:
- Welches Problem die Leistung löst, für wen sie geeignet ist: in die Leistungsbeschreibung.
- Ablauf, Dauer, Liefergegenstände, vom Kunden bereitzustellende Unterlagen: in die Leistungsbeschreibung.
- Nach welchem Modell abgerechnet wird, ab wann gerechnet wird: in die Preisübersicht.
- Welche Positionen enthalten sind und welche nicht: in die Preisübersicht.
- Wann zusätzliche Kosten anfallen und wie sie bestätigt werden: in die Preisübersicht.
- Welche Informationen für eine Anfrage nötig sind: in die Preisübersicht, optional wiederholt am Ende der Leistungsbeschreibung.
Bietet ein Unternehmen nur wenige Leistungen an, kann die Preisübersicht auch als fester Block in die Leistungsbeschreibung integriert werden. Wichtig ist, dass dies auf der gesamten Website einheitlich gehandhabt wird: Entweder hat jede Leistung einen Preisblock, oder keine – dann wird einheitlich auf die Preisübersicht verwiesen. Problematisch ist der Mischzustand: Bei manchen Leistungen stehen Preise, bei anderen nicht. Besucher könnten annehmen, die Leistung ohne Preis sei teurer oder werde gar nicht angeboten.
Wie die beiden Seiten aufeinander verweisen sollten
Ein Verweis ist nicht einfach ein beliebiger Link, sondern soll Besuchern genau dann den nächsten Schritt zeigen, wenn sie ihn brauchen. In der Leistungsbeschreibung passt der Link nach der Ablaufbeschreibung und vor dem Anfrage-Button, denn zu diesem Zeitpunkt kennen Besucher die Leistung und interessieren sich naturgemäß für die Kosten. In der Preisübersicht passt der Link direkt neben jedem Kostenpunkt, damit Besucher die zugehörige Leistung nachschlagen können.
Der Linktext sollte das Ziel klar benennen, zum Beispiel „Kosten dieser Leistung ansehen“. Formulierungen wie „Hier klicken“ oder „Mehr erfahren“ lassen das Ziel nicht erkennen und sind zu vermeiden. Mehrere Links auf derselben Seite, die zum selben Ziel führen, sollten nicht gehäuft auftreten – ein bis zwei Stellen genügen.
Ist die Preisübersicht nach Leistungen gegliedert, sollte jeder Eintrag den entsprechenden Leistungsnamen tragen, damit Besucher ihn mit der Leistungsbeschreibung abgleichen können. Die Bezeichnung muss mit der in Navigation und Leistungsliste verwendeten übereinstimmen. Wird eine Leistung auf der einen Seite „Website-Wartung“ und auf der anderen „Website-Betreuung“ genannt, halten Besucher es für zwei verschiedene Dinge.

Welche Seite bei Änderungen zuerst angepasst wird
Probleme im Zusammenspiel entstehen meist bei Aktualisierungen. Bewährt hat sich diese Reihenfolge:
- Zunächst klären, zu welcher Kategorie die Änderung gehört. Betrifft sie nur Preise oder Abrechnungsmodelle, zuerst die Preisübersicht anpassen. Betrifft sie Leistungsinhalte, Ablauf oder Liefergegenstände, zuerst die Leistungsbeschreibung anpassen.
- Danach die andere Seite darauf prüfen, ob Aussagen im Widerspruch zur Änderung stehen. Wurde beispielsweise der Leistungsumfang verkleinert, muss die Formulierung „alle Positionen enthalten“ in der Preisübersicht angepasst werden.
- Prüfen, ob die Links zwischen den Seiten noch funktionieren und ob die Linktexte noch zutreffend sind.
- Wird dieselbe Leistung an mehreren Stellen erwähnt – etwa in der Leistungsvorstellung auf der Startseite, in der Leistungsliste oder im Navigationsmenü –, alle Stellen durchgehen und sicherstellen, dass Bezeichnung und Umfang übereinstimmen.
Es empfiehlt sich, im Team eine verantwortliche Person für die Preisübersicht zu benennen, damit nicht mehrere Personen unabhängig voneinander Preise ändern und so unterschiedliche Versionen entstehen. Werden Preise von der Fachabteilung geliefert, kann ein fester Änderungsweg vereinbart werden – etwa die zentrale Pflege im Backend durch das Marketing, statt dass jede Person die Seite direkt bearbeitet.
Typische Stolperfallen
Erstens: Die Preisübersicht liest sich wie eine Leistungsvorstellung und enthält keine konkreten Abrechnungsmodelle. Besucher wissen nach dem Lesen immer noch nicht, wie sich die Kosten berechnen. Ursache ist oft Unsicherheit darüber, ob Preise veröffentlicht werden dürfen – dann wird auf vage Formulierungen ausgewichen. Möchte ein Unternehmen konkrete Preise nicht nennen, sollten zumindest Abrechnungsmodell und Anfrageprozess klar beschrieben werden, statt die Preisseite als zweite Leistungsbeschreibung zu gestalten.
Zweitens: In der Leistungsbeschreibung stehen veraltete Preise. Nach einer Preisänderung wurde nur die Preisübersicht aktualisiert, die alten Zahlen in der Leistungsbeschreibung blieben stehen. Besucher sehen zwei unterschiedliche Werte und zweifeln sofort an der Glaubwürdigkeit der Website. Auch deshalb empfiehlt es sich, in der Leistungsbeschreibung nur auf die Preisübersicht zu verweisen und keine konkreten Zahlen zu nennen.
Drittens: Beide Seiten verweisen mit „Weitere Details auf Anfrage“ – damit wird das Problem an die Besucher weitergereicht. Die Preisübersicht sollte mindestens die Kostenstruktur nennen, die Leistungsbeschreibung mindestens die Leistungsgrenzen. Die Anfrage dient der Klärung eines konkreten Angebots, nicht dem Nachtragen von Informationen, die auf der Seite stehen sollten.

Viertens: Die Preisübersicht nennt nur Preise, aber keine Leistungsumfänge. Ob „jährlich X Euro“ drei Wartungen oder unbegrenzte Wartungen umfasst, macht für Besucher einen völlig unterschiedlichen Leistungsumfang aus. Jeder Kostenpunkt in der Preisübersicht sollte einem Abschnitt in der Leistungsbeschreibung zugeordnet werden können.
Checkliste vor dem Livegang
Sind beide Seiten vorbereitet, empfiehlt sich diese Prüfreihenfolge:
- Bleibt die Leistungsbeschreibung vollständig lesbar, wenn man die Preisabsätze entfernt?
- Bleibt die Preisübersicht verständlich, wenn man die Leistungsbeschreibungen entfernt – ist noch erkennbar, worauf sich die Kosten beziehen?
- Verweisen beide Seiten mindestens einmal aufeinander, und benennt der Linktext das Ziel?
- Sind Bezeichnung, Umfang und Dauer derselben Leistung auf beiden Seiten einheitlich?
- Gibt es für Preise oder Abrechnungsmodelle nur eine Pflegestelle, während andere Seiten nur darauf verweisen?
- Ist der Anfrage-Einstieg sowohl in der Preisübersicht als auch in der Leistungsbeschreibung zu finden?
Für diese Prüfung braucht es keine komplexen Werkzeuge – beide Seiten nebeneinander zu öffnen und durchzugehen, deckt die meisten Probleme auf. Langfristig kommt es vor allem auf die Aktualisierungsroutine an: Bei jeder Preis- oder Umfangsänderung zunächst die Hauptseite anpassen und danach die verknüpften Seiten prüfen. So bleibt das Zusammenspiel der beiden Seiten auch mit der Zeit stimmig.





