Nach dem Launch der Website ist die Überprüfung der Seitenstruktur der erste Schritt im Betrieb. Viele Unternehmen denken, dass die Website fertig ist, sobald die Seiten geladen werden. Doch ob die Struktur klar, die Navigation benutzerfreundlich und die Inhalte korrekt zugeordnet sind, zeigt sich oft erst im laufenden Betrieb. Dieser Artikel bietet eine umsetzbare Checkliste zur Überprüfung der Seitenstruktur für Website-Verantwortliche und Betreiber.
1. Vorbereitung: Erstellen Sie eine Übersicht der Seitenstruktur
Bevor Sie mit der Überprüfung beginnen, nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit, um die bestehende Seitenstruktur als Baumdiagramm zu erfassen. Nutzen Sie Excel oder Papier: Hauptkategorien in der ersten Zeile, Unterkategorien eingerückt, weitere Ebenen entsprechend. Diese Übersicht dient als Grundlage für die folgenden Checks.
Achten Sie dabei auf: Hat jede Kategorie tatsächlich Inhalte? Gibt es leere Kategorien oder Platzhalterseiten? Sind die Kategorienamen selbsterklärend? Zum Beispiel ist „Produkte“ verständlicher als „Lösungen“, es sei denn, die Branche verwendet andere Begriffe.
2. Hierarchie: Ist der Weg von der Startseite zu den Unterseiten logisch?
Der Kern der Hierarchieprüfung ist die „Klick-Tiefe“. Idealerweise erreicht ein Nutzer jede Inhaltsseite von der Startseite aus mit maximal 3 Klicks. Testen Sie dies, indem Sie einige tiefe Seiten auswählen, z. B. einen News-Artikel oder eine Produktdetailseite, und zählen, wie viele Klicks von der Startseite aus nötig sind. Bei mehr als 4 Klicks sollten Sie zusätzliche Navigationseinstiege schaffen oder die Hierarchie anpassen.

Prüfen Sie außerdem, ob die Breadcrumb-Navigation vorhanden ist. Sie zeigt dem Nutzer seine aktuelle Position und erleichtert das Zurücknavigieren. Fehlt sie, aktivieren Sie sie im Backend.
3. Navigationsmenü: Sind alle Kategorien auffindbar?
Die Navigation ist der Zugang zu den Kategorien. Bewegen Sie die Maus über jeden Navigationspunkt, um zu prüfen, ob das Dropdown-Menü korrekt angezeigt wird und alle Unterkategorien enthalten sind. Achten Sie besonders auf die mobile Navigation: Ist sie sinnvoll zusammengefaltet und nicht versehentlich antippbar?
Stellen Sie sicher, dass die Navigationsbezeichnungen mit den Titeln der Kategorieseiten übereinstimmen. Wenn z. B. die Navigation „News“ heißt, die Kategorieseite aber „Unternehmensmeldungen“ als Titel trägt, verwirrt das die Nutzer. Einheitliche Namen erleichtern das Verständnis und die Suche.
4. Inhaltszuordnung: Passen die Artikel zur Kategorie?
Jede Kategorie sollte passende Inhalte enthalten. Öffnen Sie stichprobenartig einige Kategorieseiten und prüfen Sie, ob die aufgelisteten Titel thematisch zur Kategorie gehören. Häufige Fehler: Unternehmensnews werden unter „Produkte“ abgelegt oder technische Artikel unter „Über uns“.
Wenn Sie falsch zugeordnete Inhalte finden, korrigieren Sie die Kategorien im Backend. Prüfen Sie auch, ob die Kategorieseiten ein Aktualisierungsdatum anzeigen. Kategorien, die lange nicht aktualisiert wurden, wirken sich negativ auf die Nutzererfahrung aus. Planen Sie regelmäßige Pflege.
5. Linkprüfung: Vermeiden Sie tote Links und falsche Weiterleitungen
Die Funktionalität aller Links auf Kategorie- und Artikelseiten ist nach dem Launch ein Muss. Klicken Sie manuell alle Links der ersten und zweiten Ebene durch und stichprobenartig einige Artikel-Links. Achten Sie auf: defekte Bildlinks, Download-Links, die auf die richtige Datei verweisen, und externe Links, die in einem neuen Fenster öffnen.

Falls die Website eine Suchfunktion hat, testen Sie, ob Suchbegriffe zur richtigen Kategorie führen. Prüfen Sie außerdem, ob Links auf unveröffentlichte Seiten verweisen, z. B. Platzhalter wie „Bald verfügbar“.
6. SEO-Grundlagen: Sind Titel und Beschreibungen der Kategorieseiten ausgefüllt?
Die Titel (Title) und Meta-Beschreibungen der Kategorieseiten sind für die Suchmaschinenoptimierung wichtig. Überprüfen Sie, ob jede Kategorieseite einen eigenen, themenbezogenen Titel und eine Beschreibung hat. Beispiel: Für „Produkte“ könnte der Titel „Produkte – Firmenname“ lauten und die Beschreibung kurz das Produktsortiment erläutern.
Prüfen Sie auch, ob die URL-Struktur sauber ist. Idealerweise enthalten Kategorie-URLs Schlüsselwörter wie /produkte/ oder /news/. Bei kryptischen oder numerischen URLs sollten Sie im Backend eine sprechende URL-Struktur (z. B. mod_rewrite) einrichten.
7. Backend: Ist die Kategorieverwaltung benutzerfreundlich?
Die Überprüfung umfasst nicht nur die Frontend-Seiten, sondern auch die Verwaltungsfunktionen im Backend. Legen Sie testweise eine neue Kategorie an, um zu sehen, ob das Hinzufügen, Sortieren und Löschen reibungslos funktioniert. Prüfen Sie, ob Drag-and-drop-Sortierung unterstützt wird und ob die Hierarchie einfach anzupassen ist.
Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie im Backend Kategoriebilder und -beschreibungen festlegen können. Diese Informationen beeinflussen die Darstellung der Kategorieseite; fehlen sie, kann es zu leeren Bereichen im Frontend kommen.

8. Häufige Probleme und Lösungsvorschläge
Bei der Überprüfung können folgende Probleme auftreten – hier sind passende Lösungen:
- Zu tiefe Hierarchie: Fassen Sie unwichtige Kategorien zusammen oder fügen Sie direkte Einstiege auf der Startseite hinzu.
- Zu viele Navigationspunkte: Beschränken Sie die Hauptkategorien auf maximal 7 und gruppieren Sie den Rest unter „Mehr“ oder als Unterkategorie.
- Leere Kategorien: Fügen Sie schnell mindestens 1–2 Inhalte hinzu, um leere Kategorien zu vermeiden.
- Defekte Links: Reparieren oder entfernen Sie defekte Links und überprüfen Sie sie regelmäßig.
- Doppelte Titel: Vergeben Sie für jede Kategorie einen einzigartigen Titel, um Suchmaschinen nicht zu verwirren.
Die Überprüfung der Seitenstruktur nach dem Launch ist keine einmalige Aufgabe. Wir empfehlen, sie vierteljährlich zu wiederholen. Mit wachsendem Inhalt müssen Kategorien möglicherweise angepasst werden – neue Kategorien hinzufügen oder alte zusammenlegen. Nur eine klare Struktur hilft Nutzern und Suchmaschinen, die Website besser zu verstehen.





