Design-Ratgeber

Produktdetailseite gestalten: Parameter, Verkaufsargumente und Gebrauchsanweisung richtig anordnen

Aus den Blickwinkeln Informationspriorität, Reihenfolge der Bereiche, Lesbarkeit der Parametertabelle sowie Unterscheidung von Verkaufsargumenten und Gebrauchsanweisung zeigt dieser Artikel, wie man Parameter, Verkaufsargumente und Gebrauchsanweisung auf einer Produktdetailseite anordnet. Dazu gibt es Hinweise zur Materialvorbereitung vor der Beauftragung und zu Prüfpunkten bei der Abnahme.

Illustrative Szene

Auf Produktdetailseiten werden Parameter, Verkaufsargumente und Gebrauchsanweisung oft auf demselben Bildschirm untergebracht – mit dem Ergebnis, dass Nutzer nach dem Lesen nicht wissen, wo der Schwerpunkt liegt. Die drei Bereiche haben unterschiedliche Aufgaben: Parameter beantworten die Frage „Welche Spezifikationen hat das Produkt?“, Verkaufsargumente beantworten „Warum sollte ich es wählen?“ und die Gebrauchsanweisung beantwortet „Wie verwende ich es nach dem Kauf?“. Die Reihenfolge und das Layout sollten sich an der Reihenfolge der Fragen orientieren, die Nutzer beim Betrachten der Seite haben – nicht daran, in welcher Reihenfolge die Informationen eingegangen sind.

Zunächst die Position der drei Bereiche festlegen

Man kann die drei Bereiche als drei verschiedene Ebenen betrachten:

  • Verkaufsargumente: Sie stehen weiter oben auf der Seite und sollen dafür sorgen, dass Nutzer weiterlesen möchten. Die Anzahl sollte begrenzt sein – drei bis fünf sind üblich. Jedes Argument steht für einen konkreten Unterschied, nicht für eine Anhäufung von Adjektiven.
  • Parameter: Sie stehen nach den Verkaufsargumenten und vor der Gebrauchsanweisung. Wenn Nutzer durch die Verkaufsargumente angesprochen wurden, prüfen sie, ob die Spezifikationen ihren Anforderungen entsprechen – hier passt die Parametertabelle gut.
  • Gebrauchsanweisung: Sie steht weiter unten auf der Seite oder wird in ausklappbaren Bereichen bzw. separaten Abschnitten dargestellt. Sie soll die Nutzung erleichtern und Rückfragen zum Kundendienst reduzieren – sie ist kein Hauptinhalt.

Wenn das Produkt komplexe Spezifikationen hat (z. B. Auswahlhilfe, mehrere Modelle), können die Parameter nach vorne rücken – sogar vor die Verkaufsargumente, als kurze Übersicht, damit Nutzer zuerst bestätigen können, ob es die richtige Produktkategorie ist. Wie weit die Parameter nach vorne rücken, hängt davon ab, ob Nutzer zuerst die Spezifikationen oder zuerst die Anwendungsszenarien betrachten.

Wie eine Parametertabelle lesbar bleibt

Parameter werden leicht zu einer dicht gedrängten Tabelle. Das Problem liegt meist nicht in der Informationsmenge, sondern in der Gruppierung und Hierarchie.

Man kann die Parameter zunächst in Gruppen einteilen, z. B. Grundspezifikationen, Leistungsdaten, Material und Abmessungen, Zubehör und Verpackung, Kompatibilität oder Anwendungsbereich. Jede Gruppe erhält eine kleine Überschrift. Innerhalb der Gruppe wird nach der Reihenfolge sortiert, die für Nutzer relevant ist – nicht nach der Reihenfolge der Felder, die die Fabrik geliefert hat. Diejenigen Angaben, die Nutzer am häufigsten zur Filterung verwenden (Abmessungen, Volumen, Leistung, geeignete Modelle usw.), stehen ganz vorne oder werden separat hervorgehoben.

Die Einheiten in der Tabelle müssen einheitlich sein – nicht einmal Millimeter und einmal Zentimeter für dieselbe Art von Parameter. Wertebereiche, Toleranzen und Testbedingungen sollten – sofern in den Werksunterlagen vorhanden – wahrheitsgemäß übernommen werden. Wenn sie nicht vorhanden sind, sollten sie nicht selbst ergänzt werden. Einschränkende Begriffe wie „ca.“, „maximal“ oder „typisch“ in der Parametertabelle müssen mit den Unterlagen übereinstimmen. Wertebereiche sollten nicht aus optischen Gründen als feste Werte dargestellt werden.

Bei vielen Parametern kann man weniger wichtige Angaben in einen ausklappbaren Bereich oder auf eine separate Seite verschieben, damit der erste Bildschirm nicht von der Tabelle dominiert wird.

Verkaufsargumente als konkrete Aussagen formulieren, nicht als Adjektive

Formulierungen wie „hohe Qualität“, „langlebiger“ oder „neu verbessert“ vermitteln Nutzern keine Information. Verkaufsargumente sollten besser als „welches konkrete Problem wird gelöst“ oder „worin unterscheidet es sich von Alternativen“ formuliert werden.

Eine praktikable Vorgehensweise: Jedes Verkaufsargument besteht aus einer kurzen Überschrift und einem erklärenden Satz. Die Überschrift benennt den Unterschied, der erklärende Satz liefert die Grundlage. Die Grundlage kann in der Konstruktion, der Materialwahl, der Ausstattung oder der Anwendung liegen. Wenn die Grundlage aus Werksunterlagen stammt, sollte sie entsprechend formuliert werden. Wenn es nur eine subjektive Einschätzung ist, sollte sie nicht als Tatsache dargestellt werden.

Die Anzahl der Verkaufsargumente sollte im Rahmen bleiben, den Nutzer sich merken können. Lieber drei eigenständige Argumente als acht, die sich überschneiden. Visuelle Hilfsmittel wie Icons, Farbflächen oder Vergleichsbilder sind möglich, sollten aber den Text nicht überdecken.

Die Gebrauchsanweisung nicht als Haftungsausschluss formulieren

Ein häufiges Problem bei Gebrauchsanweisungen: Entweder steht nur ein Satz wie „Bitte gemäß Anleitung verwenden“, oder es werden alle Risikoklauseln aufgelistet, sodass Nutzer die tatsächlich notwendigen Schritte nicht finden.

Man kann die Anleitung nach dem Schema „Montage/Vorbereitung – Erste Verwendung – Tägliche Bedienung – Reinigung und Pflege – Hinweise“ organisieren. Jeder Schritt wird in kurzen Sätzen beschrieben, ergänzt durch notwendige Abbildungen oder Schrittnummern. Abbildungen sind leichter verständlich als lange Textabschnitte – besonders bei Montagerichtung, Anschlusspositionen oder Schaltreihenfolgen.

Hinweise und Haftungsausschlüsse können am Ende der Gebrauchsanweisung stehen, getrennt von den Bedienschritten – nicht dazwischen gemischt. Bei Inhalten zu Sicherheit, Spannung, Traglast oder Umgebungsbedingungen sollten – sofern in den Unterlagen klare Vorgaben vorhanden sind – diese übernommen werden. Wenn keine klaren Unterlagen vorliegen, sollten keine eigenen Werte oder Schlussfolgerungen ergänzt werden.

Was vor der Beauftragung eines Designs vorbereitet werden sollte

Beim Design einer Detailseite wird nicht zuerst ein Layout erstellt und dann mit Inhalt gefüllt – der Inhalt bestimmt das Layout. Vor der Beauftragung sollten folgende Unterlagen zusammengestellt werden:

  • Die grundlegende Parametertabelle des Produkts, mit Angabe, welche Parameter zwingend dargestellt werden müssen und welche entfallen können;
  • Das Ausgangsmaterial für die Verkaufsargumente, einschließlich Unterschieden, Grundlagen und ob es Vergleichsobjekte gibt;
  • Die Schritte und Hinweise der Gebrauchsanweisung, am besten mit Produktfotos oder schematischen Darstellungen;
  • Produktbilder, Szenenbilder, Detailaufnahmen sowie der vorgesehene Verwendungsbereich der Bilder;
  • Die Plattform und die Größenanforderungen für die Seite – verschiedene Plattformen haben unterschiedliche Vorgaben zu Bildverhältnissen, Zeichenzahl und externen Links;
  • Markenunterlagen wie Logo, Schriftarten und Hauptfarben. Falls eine Markenrichtlinie existiert, sollte sie ebenfalls bereitgestellt werden.

Wenn Parameter, Verkaufsargumente und Gebrauchsanweisung von verschiedenen Personen geliefert werden, sollte man sich vorab intern abstimmen, um zu vermeiden, dass im Entwurf derselbe Parameter mit zwei Werten erscheint oder Verkaufsargumente und Parameter sich widersprechen. Anzahl der Korrekturrunden, Lieferformat und ob bearbeitbare Quelldateien enthalten sind, gehören zu den Punkten, die vor der Beauftragung geklärt werden sollten. Eine Orientierung bietet die Beschreibung der Grafikdesign-Leistungen.

Was bei der Abnahme geprüft werden sollte

Nach Erhalt des Entwurfs sollte man neben dem Gesamteindruck gezielt einige Punkte prüfen: Stimmen die Parameterwerte und Einheiten mit den Unterlagen überein? Gehen die Formulierungen der Verkaufsargumente über das hinaus, was die Unterlagen belegen? Ist die Reihenfolge der Schritte in der Gebrauchsanweisung vollständig, fehlen wichtige Bedienschritte? Wird die Seite in verschiedenen Größen korrekt dargestellt – insbesondere, ob die Parametertabelle auf schmalen Bildschirmen unübersichtlich wird?

Wenn die Detailseite gedruckt oder als Beipackzettel verwendet werden soll, müssen Schriftgröße, Beschnittzugabe und Farbmodus mit der Druckerei abgestimmt werden – die Einstellungen für den Bildschirmentwurf können nicht einfach übernommen werden. Das Design einer Detailseite umfasst standardmäßig keine Druckabwicklung, Fotografie, Markenanmeldung oder Verpackungskonstruktion. Falls diese Leistungen benötigt werden, sollte separat geklärt werden, ob sie im Leistungsumfang enthalten sind.

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