Betriebswissen

Leistungsumfang bei der Website-Erstellung: So wird er konkret umgesetzt

Der Leistungsumfang bei der Website-Erstellung wird dann konkret, wenn mündliche Absprachen in eine prüfbare Seitenliste, klare Inhaltsverantwortung und Abnahmeschritte überführt werden – so bleibt der Betrieb nach dem Launch nachvollziehbar.

Illustrative Szene

Der „Leistungsumfang“ bei der Website-Erstellung beantwortet im Kern drei Fragen: Welche Seiten werden erstellt? Wer liefert die Inhalte für diese Seiten? Und nach welchen Kriterien wird die fertige Arbeit abgenommen? In vielen Projekten wird der Umfang in der Abstimmungsphase sehr genau besprochen, bleibt aber auf mündliche Zusagen und Angebotsdokumente beschränkt. Sobald es dann an die konkrete Navigationsplanung und Inhaltsbefüllung geht, beginnen die Vorstellungen darüber, was „noch zum Umfang gehört“, auseinanderzugehen. Der Schlüssel zur Umsetzung liegt darin, den Leistungsumfang von einem Satz in eine Punkt für Punkt abhakbare Liste zu verwandeln.

Zuerst den Umfang in eine prüfbare Seitenliste aufschlüsseln

Verwenden Sie keine vagen Beschreibungen wie „eine Unternehmenswebsite“ oder „enthält einige Rubrikseiten“. Praktikabler ist eine Seitenliste, in der jede Zeile Seitenname, Hierarchieebene, Seitentyp und Inhaltsquelle enthält. Zum Beispiel:

  • Startseite – Ebene 1 – individuelles Design – Inhalte werden vom Auftraggeber bereitgestellt
  • Über uns – Ebene 1 – Standardvorlage – Texte vom Auftraggeber, Layout vom Dienstleister
  • Produktliste – Ebene 1 – Listenseite – Produktdaten werden vom Auftraggeber in Tabellenform aufbereitet
  • Produktdetail – Ebene 2 – Detailvorlage – wird entsprechend der vom Auftraggeber gelieferten Produktanzahl generiert
  • Kontakt – Ebene 1 – mit Formular – Formularfelder werden nach beidseitiger Abstimmung entwickelt
Leistungsumfang bei der Website-Erstellung: So wird er konkret umgesetzt配图

In der Liste sollten besonders die Punkte gekennzeichnet werden, die leicht zu Meinungsverschiedenheiten führen: Sind mehrere Sprachen enthalten? Gibt es Mitgliederbereiche oder Benachrichtigungen nach Formularübermittlung? Ist eine Migration von Inhalten der alten Website enthalten? Ist Bildbearbeitung enthalten? Wenn diese Punkte nicht klar benannt werden, werden sie später leicht als „mal eben mit erledigt“ betrachtet oder vom Auftraggeber als selbstverständlich vorausgesetzt.

Navigationsstruktur und Leistungsumfang aufeinander abstimmen

Der Leistungsumfang zeigt sich letztlich in der Navigationsstruktur. Bei der Planung empfiehlt es sich, nach dem „Pfad zu suchen, den Nutzer für Informationen nehmen“ vorzugehen und nicht nach internen Abteilungen. Bei einem Dienstleistungsunternehmen ist es beispielsweise sinnvoller, Leistungen, Ablauf und häufige Fragen in einer Gruppe zusammenzufassen, als „Marketingabteilung“ und „Technikabteilung“ nebeneinanderzustellen.

Ob Navigationsstruktur und Leistungsumfang übereinstimmen, lässt sich mit einer einfachen Methode prüfen: Nehmen Sie die Seitenliste und vergleichen Sie sie mit der Navigation. Fragen Sie für jede Seite: „Wie viele Klicks braucht ein Besucher von der Startseite bis hierher?“ Wenn eine Seite in der Liste steht, aber in der Navigation kein Einstieg zu finden ist, ist die Struktur noch nicht umgesetzt. Wenn es in der Navigation einen Einstieg gibt, aber keine entsprechende Seite in der Liste, fehlt etwas in der Umfangsbeschreibung. Erst nach diesem Schritt passen Navigationsplanung und Produktionsumfang wirklich zusammen.

Inhaltliche Verantwortung in den Umfang aufnehmen

Das größte Hindernis bei der Umsetzung von Website-Projekten ist meist nicht die Technik, sondern der Inhalt. Der Leistungsumfang muss klar festhalten, wer welche Inhalte in welcher Form liefert:

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  • Texte: Wer schreibt sie, in welchem Format werden sie geliefert (Word, Online-Dokument oder direkte Eingabe ins Backend)?
  • Bilder: Wer fotografiert oder wählt sie aus, welche Größen- und Formatvorgaben gelten, übernimmt der Dienstleister Komprimierung und Zuschnitt?
  • Produktdaten: Wer bereitet sie als Tabelle auf, welche Felder sind enthalten, gehören Preise und Spezifikationen dazu?
  • Inhalte der alten Website: Was wird migriert, was nicht, wer übernimmt die Auswahl?

Ein angenommenes Beispiel: Wenn der Auftraggeber plant, Produktbilder erst nach dem Launch zu ergänzen, sollte im Umfang stehen: „Zum ersten Livegang werden Platzhalterbilder verwendet; spätere Bilder werden vom Auftraggeber bereitgestellt und selbst hochgeladen.“ Statt einer allgemeinen Formulierung wie „Bilder werden später vervollständigt“. Die verantwortliche Partei und die Lieferform klar zu benennen, ist deutlich hilfreicher als „gemeinsam fertigstellen“.

Prüfung vor dem Livegang statt mündlicher Bestätigung

Der letzte Schritt zur Umsetzung des Umfangs ist die Abnahme. Vor dem Livegang sollten die Punkte einzeln geprüft werden, nicht nur die Startseite:

  1. Die Seitenliste durchgehen und prüfen, ob jede Seite existiert und normal erreichbar ist.
  2. Navigation und Footer-Links kontrollieren, um tote Links oder falsch verlinkte Rubriken auszuschließen.
  3. Sicherstellen, dass Formulare abgesendet werden können und die Bestätigungsmeldung den Erwartungen entspricht.
  4. Die mobile Darstellung prüfen und bestätigen, dass die wichtigsten Rubriken auf kleinen Bildschirmen nutzbar bleiben.
  5. Die Liste der inhaltlichen Verantwortlichkeiten abgleichen: Sind die vom Auftraggeber zu liefernden Inhalte vorhanden? Für fehlende Teile: Ist der Umgang damit vereinbart?
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Legt man dieses Prüfergebnis neben die ursprüngliche Seitenliste, wird sofort deutlich, ob der Leistungsumfang umgesetzt wurde. Auch im späteren Betrieb, wenn neue Rubriken hinzukommen oder Leistungen angepasst werden, kann dieselbe Listenlogik weiterverwendet werden, damit der Umfang nicht erneut unscharf wird.

Bei Umfangsänderungen die Liste zeitnah aktualisieren

Dass sich Anforderungen im Projektverlauf ändern, ist normal. Das Problem ist, wenn Änderungen nicht dokumentiert werden. Es empfiehlt sich eine einfache Regel: Jede neue Seite, jede neue Funktion oder jede Anpassung der inhaltlichen Verantwortung wird synchron in der Seitenliste aktualisiert, mit Angabe, wer sie bestätigt hat. Das dient nicht dazu, mehr Prozess aufzubauen, sondern beiden Seiten eine gemeinsame Grundlage dafür zu geben, „wo wir gerade stehen“. Wenn die Website live ist und in die Inhaltswartung übergeht, kann diese Liste weiterhin als Referenz für Rubrikenanpassungen und Inhaltsergänzungen dienen.

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