Bevor Sie ein Prozessdiagramm optimieren, sollten Sie nicht einfach nach Gefühl Änderungen vornehmen. Sie müssen zunächst wichtige Kennzahlen wie Benutzerverhaltensdaten, Verweildauer auf der Seite, Absprungrate und Conversion-Funnel analysieren, um Engpässe oder Abbruchpunkte der Nutzer zu identifizieren. Nur so können Sie zielgerichtete Optimierungen durchführen. In der Regel sollten Sie die folgenden Datenbereiche besonders beachten.
1. Verweildauer auf der Seite: Beurteilen, ob Nutzer das Diagramm verstehen
Wenn die Verweildauer auf der Seite mit dem Prozessdiagramm sehr kurz ist, z. B. unter 5 Sekunden, deutet dies darauf hin, dass Nutzer möglicherweise nicht die benötigten Informationen finden oder das Diagramm schwer verständlich ist. Ist die Verweildauer hingegen lang, aber die Conversion-Rate niedrig, könnte dies auf Verwirrungspunkte im Diagramm hinweisen. Es empfiehlt sich, den Trend der durchschnittlichen Verweildauer zu überprüfen und mit ähnlichen Seiten zu vergleichen. Bei deutlich kürzerer Verweildauer sollten Sie zuerst prüfen, ob das Diagramm klar ist und ob der Titel den Nutzererwartungen entspricht.

2. Absprungrate: Beurteilen der Attraktivität des Diagramms
Die Absprungrate gibt an, wie viele Nutzer die Seite verlassen, ohne weitere Interaktionen durchzuführen. Liegt die Absprungrate dieser Seite höher als bei ähnlichen Inhalten auf Ihrer Website, deutet dies darauf hin, dass das Diagramm oder der Seiteninhalt die Nutzer nicht zum Weiterlesen animiert. Überprüfen Sie in diesem Fall, ob das Diagramm zu komplex ist, ob wichtige Schritte nicht hervorgehoben werden oder ob Probleme mit der Ladegeschwindigkeit oder der mobilen Darstellung bestehen.
3. Klick-Hitmaps und Scrolltiefe: Beobachten des tatsächlichen Nutzerverhaltens
Mit Hitmap-Tools können Sie sehen, in welchen Bereichen Nutzer klicken, verweilen oder scrollen. Wenn wichtige Teile des Prozessdiagramms selten angeklickt oder mit der Maus überfahren werden, ignorieren Nutzer diese Bereiche möglicherweise. Scrollen viele Nutzer bis zum Ende des Diagramms und verlassen dann die Seite, sollten die unteren Inhalte angepasst werden. Es empfiehlt sich, zuerst die Klickdichte im Bereich des Diagramms zu betrachten und dann anhand der Scrolltiefe zu beurteilen, ob Nutzer das gesamte Diagramm vollständig angesehen haben.
4. Interne Suchbegriffe auf der Seite: Verstehen, was Nutzer wirklich suchen
Wenn die interne Suchfunktion auf der Seite bestimmte Suchbegriffe wie „Wie geht es weiter?“ oder „Prozess unverständlich“ anzeigt, bedeutet dies, dass das Diagramm die Fragen der Nutzer nicht beantwortet. Sammeln Sie diese Suchbegriffe und passen Sie das Diagramm oder die Erläuterungen gezielt an. Konzentrieren sich die Suchbegriffe auf einen bestimmten Schritt, optimieren Sie die Darstellung und visuelle Hervorhebung dieses Schritts.

5. Conversion-Funnel-Daten: Identifizieren von Abbruchpunkten
Wenn das Prozessdiagramm Teil des Conversion-Pfads ist, sollten Sie die Conversion-Raten der vor- und nachgelagerten Schritte betrachten. Wie viele Nutzer registrieren sich oder kaufen etwas, nachdem sie das Diagramm gesehen haben? Ist die Conversion-Rate bei einem bestimmten Schritt deutlich niedriger, deutet dies darauf hin, dass die Anleitung in diesem Schritt nicht klar genug ist. Vergleichen Sie die Ergebnisse von A/B-Tests, um zu bestätigen, ob die Änderungen eine Verbesserung gebracht haben.
6. Nutzerfeedback und Umfragen: Direkte subjektive Erfahrungen einholen
Fügen Sie auf der Seite einfache Feedback-Buttons oder Umfragen ein, um zu fragen: „Ist das Diagramm klar?“ oder „Welcher Schritt ist verwirrend?“. Auch wenn die Stichprobengröße begrenzt sein mag, können direkte Nutzermeinungen oft Probleme aufdecken, die in den Daten nicht sichtbar sind. Analysieren Sie außerdem wiederkehrende Fragen, die Ihr Kundenservice oder Vertriebsteam erhält – diese Fragen weisen oft auf Details hin, die im Diagramm übersehen wurden.
7. Mobile und Desktop-Daten getrennt betrachten
Viele Prozessdiagramme werden auf dem Desktop korrekt angezeigt, aber auf mobilen Geräten möglicherweise verkleinert oder erfordern häufiges Zoomen. Wenn die Absprungrate und Verweildauer auf mobilen Geräten deutlich schlechter sind als auf dem Desktop, sollten Sie zuerst die Darstellung des Diagramms für mobile Geräte optimieren, z. B. durch eine vertikale Anordnung oder interaktive Führungen.

Zusammenfassend empfehlen wir, vor der Optimierung eines Prozessdiagramms die oben genannten 6 Datenbereiche zu analysieren und anhand des tatsächlichen Nutzerverhaltens und Feedbacks die ein oder zwei wichtigsten Änderungspunkte zu identifizieren. Nehmen Sie nach jeder Änderung erneute Datenanalysen vor und iterieren Sie schrittweise, anstatt alles auf einmal umzustellen. Wenn Sie keine eigenen Datenerfassungstools haben, wenden Sie sich an entsprechende Techniker oder Dienstleister, um Basisdaten zu sammeln – so haben Sie eine fundierte Grundlage für Ihre Optimierungen.


