Die Fallbeispiele auf der Unternehmenswebsite dienen oft nicht nur der Unterhaltung der Besucher, sondern sollen bereits vor der Kontaktaufnahme zentrale Fragen beantworten: Haben Sie ähnliche Projekte durchgeführt? Wie sind Sie vorgegangen? Welche Ergebnisse wurden erzielt? Wenn die Fallbeispiele schlecht strukturiert sind, bleiben Besucher mit vielen offenen Fragen zurück, was zu wiederholten Erklärungen im Beratungsgespräch und höheren Kommunikationskosten führt.
Was Besucher vor der Kontaktaufnahme aus Fallbeispielen erfahren möchten
Besucher haben beim Betrachten von Fallbeispielen typischerweise drei Ebenen von Fragen. Die erste Ebene ist „Was haben Sie gemacht?“, was dem Titel und der Branche des Fallbeispiels entspricht. Die zweite Ebene ist „Wie haben Sie es umgesetzt?“, was den Projektkontext und die Lösung betrifft. Die dritte Ebene ist „Wie gut war das Ergebnis?“, was sich auf Leistungsdaten oder Kundenfeedback bezieht. Wenn ein Fallbeispiel diese drei Ebenen klar beantwortet, können Besucher die Fähigkeiten des Unternehmens besser einschätzen und sind eher bereit, direkt in die Details einer Zusammenarbeit einzusteigen.
Welche Informationen sollten in Fallbeispielen enthalten sein?
Basierend auf den häufigsten Fragen von Kunden bei der Kontaktaufnahme empfehlen sich folgende Informationskategorien:

- Projektkontext: Welches Problem hatte der Kunde ursprünglich und warum war die Dienstleistung notwendig? Zum Beispiel: „Die bestehende Website des Kunden war unübersichtlich, und nach dem Relaunch sollte die Benutzererfahrung verbessert werden.“ Solche Beschreibungen helfen Besuchern, den Ausgangspunkt des Projekts schnell zu verstehen.
- Lösungsansatz: Welchen Ansatz oder welche konkreten Maßnahmen haben Sie ergriffen? Dies muss nicht zu technisch sein, sollte aber zeigen, dass Sie eine klare Methodik haben, z.B. „Neustrukturierung der Informationsarchitektur, Gestaltung neuer Seitenvorlagen“.
- Ergebnisdaten: Wenn quantifizierbare Ergebnisse vorliegen, wie z.B. „Die Absprungrate der Seite sank nach dem Relaunch um 20 %“, sollten diese genannt werden. Wichtig ist, dass die Daten real sind und die Aussagekraft haben. Falls keine präzisen Daten verfügbar sind, können qualitative Aussagen wie „Der Kunde berichtete von einem deutlichen Anstieg der Anfragen“ verwendet werden, aber vage Formulierungen sollten vermieden werden.
- Kundenfeedback oder Bewertungen: Wenn der Kunde zugestimmt hat, kann ein kurzes Zitat die Glaubwürdigkeit erhöhen. Es darf nicht erfunden werden.
- Leistungsumfang oder Projektlaufzeit: Informationen darüber, was ungefähr gemacht wurde und wie lange die Zusammenarbeit dauerte, helfen Besuchern, den Rhythmus einer möglichen Zusammenarbeit einzuschätzen.
Wie sollten die Informationen strukturiert werden, um die Lesbarkeit zu verbessern?
Mehr Informationen sind nicht unbedingt besser; eine klare Struktur ist entscheidend. Empfohlen wird ein Aufbau aus „Titel + ein bis zwei Sätzen Zusammenfassung + Details“. Der Titel sollte Branche oder Projekttyp enthalten, z.B. „Website-Relaunch für ein Fertigungsunternehmen“. Die Zusammenfassung fasst die wichtigsten Ergebnisse in ein bis zwei Sätzen zusammen, und der Detailteil erläutert Hintergrund, Lösung und Ergebnisse. So können Besucher beim Durchblättern schnell filtern und auf der Detailseite vollständige Informationen finden.
Die Reihenfolge der Fallbeispiele ist ebenfalls wichtig. Fallbeispiele aus der Branche des Besuchers sollten priorisiert werden, oder eine Sortierung nach Dienstleistungstyp erleichtert das Auffinden ähnlicher Projekte. Wenn das CMS eine individuelle Sortierung unterstützt, können Betreiber die Reihenfolge regelmäßig anpassen, um die neuesten oder repräsentativsten Fallbeispiele hervorzuheben.
Häufige Fehler vermeiden
Manche Unternehmen schreiben Fallbeispiele wie einen chronologischen Projektbericht, aber Kunden interessieren sich mehr für „Welches Problem wurde gelöst?“. Daher sollte die Logik „Problem – Lösung – Ergebnis“ betont werden, nicht der Prozess.

Andere Fallbeispiele enthalten nur Bilder oder Screenshots ohne erklärenden Text, sodass Besucher den Wert dahinter nicht verstehen. Jedes Bild sollte mit ein oder zwei Sätzen erläutert werden, was es zeigt oder welche Designidee es veranschaulicht.
Wenn Fallbeispiele sensible Informationen enthalten, wie Firmennamen oder konkrete Daten, muss vorher eine Genehmigung eingeholt werden. Falls eine Veröffentlichung nicht möglich ist, kann „ein bekanntes Unternehmen“ verwendet werden, aber Branche und Größe sollten genannt werden, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.
Empfehlungen für Aktualisierung und Pflege
Die Fallbeispiel-Präsentation ist keine einmalige Aufgabe. Es wird empfohlen, nach jedem abgeschlossenen Projekt – mit Zustimmung des Kunden – ein neues Fallbeispiel zu veröffentlichen. Bestehende Fallbeispiele sollten regelmäßig überprüft werden; wenn sich neue Entwicklungen ergeben, wie eine Vertragsverlängerung oder zusätzliche Erfolge, können diese ergänzt werden. Veraltete Fallbeispiele, z.B. mit veralteter Technologie, sollten angepasst oder entfernt werden.

Betreiber können die Fallbeispiele auch anhand häufiger Kundenfragen optimieren. Wenn viele Kunden fragen: „Haben Sie Fallbeispiele aus einer bestimmten Branche?“, kann eine Branchenfilterfunktion hinzugefügt werden, damit Besucher relevante Fallbeispiele schneller finden.
Zusammenfassend ist das Hauptziel der Fallbeispiel-Präsentation, Vertrauen und Passung vor der Kontaktaufnahme aufzubauen. Indem die Inhalte auf die Informationsbedürfnisse der Kunden ausgerichtet werden und jedes Fallbeispiel klar beantwortet, „was gemacht wurde, wie es gemacht wurde und welche Ergebnisse erzielt wurden“, können unnötige Kommunikation reduziert und Beratungsgespräche effizienter gestaltet werden.





